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Hirsch Helmut

[zeitweise Pseudonym H. Bichette]
Historiker, Journalist, Hochschullehrer
* 2. September 1907 in Barmen
† 21. Januar 2009 in Düsseldorf
bestattet auf dem Städtischen Friedhof in Düsseldorf-Kalkum 





V.: Emil Hirsch (1877-1947), Kaufmann und Stadtverordneter; M.: Hedwig Fleischhacker (1876-1962) 

verh. 1. Ehe am 22. April 1933 in Köln mit Eva Buntenbroich (1910-1990); in 2. Ehe mit Anneliese Henecka (1927-2015); in 3. Ehe 1973 mit Marianne Tilgner (1926-2010) 

Sohn aus 1. Ehe: 1.) N.N., Sohn aus 2. Ehe: 2.) Mark Alexander (* 1965) 

  • Sohn einer jüdischen Groß- und Kaufmannsfamilie
  • Mitglied des Jüdischen Wanderbunds Blau-Weiß in Elberfeld
  • 1928-1932 Studium der Theaterwissenschaften, Zeitungswissenschaft, Philosophie, Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte in Berlin, Bonn, Köln, München und Leipzig
  • 23. März 1933 Verhaftung des Vaters
  • April 1933 Flucht ins Saargebiet zu Onkel Gustav Levy
  • Sommer 1933 Flucht ins Elsass und späterer Wohnsitz in Biarritz
  • 1933-1938 Redakteur der Saarbrücker Zeitschrift „Westland“ sowie Vertriebsleiter von „Ordo“ in Paris: Tätigkeit am dortigen Internationalen Institut für Sozialgeschichte, u.a. unter Pseudonym „H. Bichette“
  • 1936 Publikation von Auszügen der als Dissertation 1933 boykottierten Arbeit über K. F. Köppen durch Amsterdamer Institut für Sozialgeschichte
  • 1937/38 Flucht des Vaters nach London nach KZ- und Gefängnisaufenthalten
  • 1938 Sekretär des „Comité Juif d'Ètudes Politiques“ und Gründungsmitglied des „Aktionskomitees für Freiheit in Deutschland“
  • September 1939 Internierung und zwangsweise Einzug zum Militär als „Ressortissant d’Allemagne“
  • 24. September 1940 Offizielle Ausbürgerung aus dem Deutschen Reich
  • 21. Juni 1941 Emigration nach New York nach Erstellung eines Notvisums durch Hubertus von Löwenstein
  • 1942 Fortsetzung des Studiums an der Universität Chicago und Konversion zum Protestantismus
  • Dozenturen in Laramie/Wyoming und Chicago
  • 1945 Promotion zum Doctor of Philosophy (Ph.D.) und Publikation der Dissertationsarbeit „The History of the Saar Territory“
  • 1945-1957 Gründungsmitglied und Dozent des Roosevelt College/ Chicago; Ernennung zum Associate Professor for European History
  • 15. April 1945 Erhalt der Amerikanischen Staatsbürgerschaft
  • 1947 Publikation des Gedichtbands „Amerika, du Morgenröte“ mit Geleitwort Lew Kopelews und Empfang Kurt Schumachers
  • 1951 Erste Deutschlandreise
  • 1952 Publikation von „Die Saar in Versailles. Die Saarfrage auf der Friedenskonferenz von 1919“
  • 1954 Publikation von „Die Saar von Genf. Die Saarfrage während des Völkerbundregimes von 1920-1935“
  • 1957 Erste Remigration nach Deutschland und nomineller Leiter des Dortmunder Auslandsinstituts
  • 1959 Leitartikel Otto Roegeles „Der Fall Hirsch“ im „Rheinischer Merkur“
  • 1962-1969 Dozentur an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Düsseldorf nach Rückkehr
  • 1972 Ernennung zum Honorarprofessor für Politikwissenschaften an der Gesamthochschule Duisburg (bis 1977)
  • 1974/75 Verleihung des Eduard von der Heydt-Kulturpreises der Stadt Wuppertal und Festausstellung in Wuppertal
  • 1977 Publikation der Festschrift „Im Gegenstrom“ durch H. Schallenberger
  • 1978 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse
  • 23. Oktober 1980 Auszeichnung mit dem Saarländischen Verdienstorden und Ernennung zum Mitglied des P.E.N.
  • 1988 Verleihung des Verdienstordens von Nordrhein-Westfalen und Publikation der Festschrift „...die Welt bewegen“
  • 1989 Akkreditierung des 1933 boykottierten Doktorgrades (Dr. phil.) durch die Karl-Marx-Universität Leipzig
  • 1993 Verleihung der Cantador-Medaille der Düsseldorfer Gesellschaft für Rechtsgeschichte
  • 1994 Publikation der Autobiographie „Onkel Sams Hütte“
  • 1997 Ausstellung „Der Neunziger“ der Universitätsbibliothek Düsseldorf
  • 4. September 2007 Empfang im Rathaus Wuppertal und Eintrag ins Goldene Buch
  • Umfangreiche Monographien zur Europäischen Sozialgeschichte und Personen des Kommunismus
  • Journalistische Tätigkeit, u.a. Leitartikel in „Die Welt“ und der FAZ
  • Schenkung seiner Arbeitsbibliothek an das Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf
  • 2010 Übergabe und Überführung persönlicher Aufzeichnungen ans Deutsche Exilsarchiv der Deutschen Nationalbibliothek sowie seines Archivs ins Leo Baeck Institut (New York)  

Lit.: Albert H.V. Kraus, „Die Freiheit ist unteilbar!“. Der Historiker Helmut Hirsch, Weg und Wirken eines deutschen Emigranten vor dem Hintergrund des 20. Jahrhunderts, Saarbrücken 2004
Bkl
Abb.: Einband, Horst Schallenberger/ Helmut Schrey (Hg.),„Im Gegenstrom“, Wuppertal 1977

 

 



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