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Bradfisch Otto

NS-Funktionär
* 10. Mai 1903 in Zweibrücken
† 22. Juni 1994 in Seeshaupt





V.: Karl Bradfisch, Lebensmittelkaufmann; M.: ...

verh. im November 1932

drei Kinder 

 

  • Abitur am humanistischen Gymnasium in Kaiserslautern
  • 1922-1926 Studium der Staatswissenschaften in Freiburg, Leipzig, Heidelberg und Innsbruck
  • 1926 Promotion zum Dr. rer. pol
  • 1926-1932 Studium der Rechtswissenschaft in Erlangen und München
  • 1. Januar 1931 Eintritt in die NSDAP; stellvertretender Leiter der Ortsgruppe München-Freimann
  • 1932 Erstes Staatsexamen
  • 1935 Zweites Staatsexamen
  • ab 1935 Assessor bei der Regierung von Oberbayern und beim Bayerischen Staatsministerium des Innern
  • 1936 Austritt aus der evangelischen Kirche
  • 1937 Ernennung zum stellvertretenden Leiter der Stapostelle Saarbrücken
  • 1937-1941 Leiter der Stapostelle Neustadt an der Weinstraße
  • 1938 Eintritt in die SS; Ernennung zum Sturmbannführer
  • 1941-1942 Leiter des Einsatzkommandos 8 der Einsatzgruppe B der Sicherheitspolizei und des SD
  • bis März 1942 Leitung der Erschießungsaktionen von über 60.000 Menschen
  • 1942-1945 Leiter der Stapostelle Litzmannstadt (Lodz)
  • August 1943 kommissarischer Oberbürgermeister von Litzmannstadt (bis 1945); Deportation von rund 100.000 Juden in die Vernichtungslager Kulmhof und Auschwitz
  • Mitte Januar 1945 Flucht nach Westen vor der vorrückenden Roten Armee
  • 1945 Kommandeur der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes in Potsdam
  • August 1945 Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft wegen des gefälschten Soldbuchs auf den Namen „Karl Evers“
  • 1945-1953 Tätigkeit als landwirtschaftlicher Arbeiter und Bergarbeiter unter dem Namen „Karl Evers“
  • 1953-1958 Vertreter der Hamburg-Mannheimer Versicherungs-AG
  • 21. April 1958 Verhaftung in München aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Heilbronn
  • 22. Juli 1961 Verurteilung wegen Beihilfe zum Mord in 15.000 Fällen vor dem Landgericht München I
  • 18. November 1963 Verurteilung wegen Beihilfe zum Mord in 15.000 Fällen vor dem Landgericht Hannover, insgesamt 13 Jahre Haft im Gefängnis München-Stadelheim
  • Oktober 1965 Haftunterbrechung auf Vermittlung von Hermann Schlingensiepen
  • Oktober 1967 Votum von Hermann Schlingensiepen auf Erlass des letzten Strafdrittels aus gesundheitlichen Gründen
  • 21. Juli 1969 Entlassung aus der Haft aus gesundheitlichen Gründen
 

Lit.: Peter Klein, Der Mordgehilfe. Schuld und Sühne des Dr. Otto Bradfisch, in: Die Gestapo nach 1945. Karrieren, Konflikte, Konstruktionen, hg. von Klaus-Michael Mallmann/ Andrej Angrick, Darmstadt 2009, S. 221-234
Hfm

 

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