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Blum Ernst

Ministerialrat, stellv. Vorsitzender der Synagogengemeinde Saar
* 10. November 1901 in Wellesweiler
† 28. April 1970 in Saarbrücken
bestattet am 31. April 1970 auf dem Neuen Jüdischen Friedhof in Saarbrücken




V.: August Blum (* 1871), Prokurist; M.: Karoline Blum, Schuhverkäuferin (1869-1945)

 

verh. am 22. Dezember 1934 mit Martha Mayer (1904-1990) 

  • 1908-1911 Besuch der Volksschule Wellesweiler
  • Besuch des Realgymnasiums Neunkirchen
  • Erblindung im Jugendalter
  • 1922 Beginn des Jurastudiums in München, Bonn und Köln
  • 11. Dezember 1925 Ablegung des Ersten Staatsexamens
  • 18. Juli 1926 Promotion zum Dr.iur. in Köln
  • 1. Juli 1926 Referendariatsausbildung am Neunkircher Amtsgericht (bis 20.Dezember 1929)
  • ab 15. Februar 1932 Tätigkeit als Gerichtsassessor in Berlin und Saarbrücken
  • Tätigkeit in der Finanzverwaltung der Regierungskommission des Saargebiets
  • Vorsitzender des Blindenvereins des Saargebietes
  • 1935 Zwangspensionierung und Flucht nach Thionville wegen Zugehörigkeit zur jüdischen Religion
  • August 1939 Flucht nach Contréxeville
  • 8. September 1939 Verhaftung in Contréxeville und Internierung in Senones
  • 1940 Umzug nach Nizza (kurzz. in Montauban)
  • September 1943 Ablösung der italienischen Truppen durch die SS
  • April 1944 Flucht nach Alvignac; Tod der Mutter während Flucht nach Nizza
  • Oktober 1945 Rückkehr nach Saarbrücken und Beteiligung am Wiederaufbau der Verwaltung als Leiter der Landesfürsorgeverbandes des Regierungspräsidiums Saar
  • 11. August 1947 Anerkennung als Opfer des Nationalsozialismus im Entschädigungsantrag (Zahlungen bis 1952)
  • 1946 Beteiligung bei der Neugründung der Synagogengemeinde in Saarbrücken; später Mitglied der Repräsentationsversammlung und stellv. Vorsitzender
  • 3. Juli 1947 Ernennung zum Oberregierungsrat
  • 28. April 1948 Ernennung zum Regierungsdirektor
  • 1950 Verleihung der Ehrenpräsidentschaft des Saarländischen Blindenvereins
  • ab 1960 Übernahme zahlreicher Ehrenämter, u.a. in Blindenbücherei des Saarlandes und des Vereins „Haus der Blinden im Saarland“
  • 21. Dezember 1960 Ernennung zum Ministerialrat im Ministerium für Arbeit
  • 1960-1966 Leitung des Wohlfahrtswesens des Saarlandes im Ministerium für Arbeit und Sozialwesens
  • ab 1961 Mitglied der Fürsorgefachkommission in Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland; später stellv. Vorsitzender
  • Gesetzesbeteiligungen; Einrichtung zahlreicher Behinderteneinrichtungen
  • Mitglied der B’nai Brith Martin Buber in Saarbrücken
  • 2. November 1965 Auszeichnung mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrates der Juden
  • ab 1966 Aufbau und Vorstandsmitglied der „Hilfe für Blinde in Israel“; darin Reisen u.a. nach Israel und die USA
  • 1966 Verleihung der Goldenen Ehrenmedaille durch Bund der Kriegsblinden Deutschland
  • 1968 Ernennung zum Ehrenmitglied des Deutschen Blindenverbandes
  • Hinweis: Ernst-Blum-Straße in Neunkirchen, Stadtteil Wellesweiler und Dr. Ernst Blum Clinic in Herzlia/ Israel 

Lit.: Dieter Wolfanger, Dr. Ernst Blum (1901-1970). Ein saarländischer Jude aus Wellesweiler, in: Lebenswege jüdischer Mitbürger, hg. vom Landkreis Neunkirchen, Ottweiler 2009, S. 195-208
Bkl
Abb.: Höcherberg-Nachrichten 41 (32/2000), S. 31



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