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Arzt, Präsident der Ärztekammer des Saarlandes
* 4. Juni 1889 in Saarlouis
† 4. Dezember 1969
  • 1909-1914 Studium der Medizin an den Universitäten Straßburg, Gießen und München
  • 2. August 1914 Promotion zum Dr. med.; Bestallung als Arzt
  • 1914-1918 Kriegsteilnehmer (bis 30. November 1918); Assistenzarzt, Oberarzt der Reserve und Militärarzt in Straßburg
  • 1918-1923 Leitender Arzt des Städtischen Krankenhauses in Neuerburg im Bezirk Trier (bis 31. Juli 1923)
  • nebenamtlicher Impfarzt, Bahnarzt, Schularzt und Fürsorgearzt
  • 1. August 1923 Bestellung zum Kreisarzt von St. Wendel
  • 19. Oktober 1923 zugleich Beamter der Regierungskommission des Saargebietes (bis 31. März 1924)
  • 1. April 1924 Ernennung zum Oberregierungsrat bei der Regierungskommission des Saargebietes
  • 1. April 1925 Ernennung zum Ministerialrat und Abteilungsleiter der Abteilung Volkswohlfahrt bei den Zentralbehörden der Regierungskommission des Saargebietes
  • 26. Februar 1926 Ernennung zum Ministerialdirektor II. Klasse
  • 23. März 1926 zusätzlich Leiter der Direktion der Abteilung Volkswohlfahrt
  • 1. Januar 1926 Ernennung zum Ministerialdirektor I. Klasse und zusätzlich Leitung der Direktion des Arbeitsamtes
  • 20. April 1929 Mitglied des Saarsenats beim „Bundesamt für das Heimatwesen“ des Deutschen Reiches (bis 1934)
  • Delegierter der Regierungskommission des Saargebietes bei den Vorverhandlungen mit dem Deutschen Reich zur Übernahme der Beamten des Saargebietes
  • 26. Februar 1935 Regierungsdirektor und Leiter der Abteilung 2 im „Reichskommissariat für die Rückgliederung des Saarlandes“
  • Oktober 1935 Ausbildungskurs an der Deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie am Kaiser-Wilhelm-Institut in München
  • 1. April 1935 Mitglied der NS-Volkswohlfahrt (NSV) und des Reichsbundes der Deutschen Beamten (RDB)
  • 1. November 1935 Mitglied der NSDAP und des Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebundes (NSDÄB)
  • 12. Februar 1936 Regierungsdirektor im Reichsdienst (bis 1945)
  • Mitverantwortung für Zwangssterilisationen, Zwangsabtreibungen und „Euthanasiemaßnahmen“
  • 1. April 1936 ärztlicher Sachverständiger beim Versorgungsgericht Saarbrücken  
  • 17. Juni 1936 höchster Medizinalbeamter im „Reichskommissariat für das Saarland“
  • 1. Januar 1937 ärztlicher Sachverständiger beim Oberversicherungsamt für den Reichsbahnversicherungsbezirk Saarbrücken (bis 31. Dezember 1940)
  • 1. April 1937 Mitglied im Nationalsozialistischen Rechtswahrerbund (NSRB)
  • 12. Januar 1938 Mitglied des Fachausschusses für Bevölkerungspolitik des Saarlandes bei der „Landesplanungsgemeinschaft Saarpfalz“
  • 8. April 1940 höchster Medizinalbeamter im „Reichskommissariat für die Saarpfalz“
  • 24. Juli 1940 Einberufung zum Stab des Chefs der Zivilverwaltung (CdZ) Lothringen
  • 17. August 1940 Neuordnung der Sozialversicherung in Lothringen und Neuordnung des Krankenhauswesens in Lothringen
  • 11. März 1941 höchster Medizinalbeamter beim „Reichsstatthalter der Westmark“
  • 15. Mai 1941 höchster Medizinalbeamter (vorerst kommissarischer Leiter) beim „Reichsstatthalter in der Westmark und Chef der Zivilverwaltung in Lothringen“
  • 9. Dezember 1941 zusätzlich geschäftsführender Leiter der „Landesversicherungsanstalt Westmark“ (und Lothringen)
  • 12. März 1943 Ernennung durch Hitler zum leitenden Regierungsdirektor der Abteilung 3 des „Reichsstatthalter in der Westmark und Chef der Zivilverwaltung in Lothringen“
  • 1. Juni 1945 Abteilungsleiter der Abteilung Soziale Angelegenheiten und Gesundheitswesen (später Abteilung Arbeit) des „Regierungspräsidiums Saar“
  • 25. Oktober 1945 Ernennung zum Vorsitzenden des Landesversicherungsamtes des Saarlandes durch Regierungspräsident Dr. Hans Neureuter (trotz bekannter NS-Vergangenheit)
  • 1. Februar 1946 Entlassung auf Druck der amerikanischen Militärbehörden
  • Suspendierung vom Dienst auf Beschluss des Säuberungsausschusses der französischen Militärregierung
  • Feststellung der Dienstunfähigkeit durch Prof. Dr. Friedrich Doenecke (bis 21. November 1947)
  • 21. November 1947 Aufhebung der Sanktionen; Änderung des Epurationsbescheids („ohne Sanktion“)
  • Mitwirkung bei der Entmachtung von Dr. Albert v. Brochowski, dem Vorsitzenden der „Ärztekammer Saar“
  • 26. Januar 1950 Vorsitzender der „Ärztekammer Saar“ (bis 1962)
  • Abschaffung der Brochowskischen demokratisch ausgerichteten Berufsordnung
  • Wiedereinführung der Reichsärzteordnung von 1935 und eines „Ärztegerichtshofes“ unter dem Vorsitz von Dr. Hans Neureuter
  • nach 1950 Lehrauftrag für ärztliche Standeskunde und Sozialversicherung an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes
  • Auszeichnung mit der „Paracelsus-Medaille der Deutschen Ärzteschaft“ durch die Bundesärztekammer
  • Auszeichnung mit der Ehrenbürgerwürde der Universität des Saarlandes
  • Auszeichnung mit der Bundesverdienstkreuz I. Klasse
  • Ernennung zum Geheimen Sanitätsrat
  • Bestellung als Ehrenmitglied der Medizinischen Gesellschaft des Saarlandes
  • Ehrenpräsident der Saarländischen Ärztekammer
Lit.: Gisela Tascher, Staat, Macht und ärztliche Berufsausübung 1920-1956. Gesundheitswesen und Politik: Das Beispiel Saarland, Verlag Ferdinand Schöningh GmbH, Paderborn 2010, S. 35, 64f., 69, 79 f., 88-90, 131 f., 134 f., 137, 139-143, 146, 149-152, 174 f., 182 f., 186 f., 191, 193 f., 201, 203, 205, 230-233, 240, 242 f., 246, 252 f., 263-265, 278 f., 283, 313, 323 f., 328-341, 353, 363, 407.Tsh 
 
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